Mit dem Handy bezahlen – Wie geht das eigentlich?

Die Volksbanken Raiffeisenbanken starten mit der digitalen girocard in die Pilotphase, die Sparkasse plant eine eigene Payment-Lösung und auch Google Pay launchte Ende Juni in Deutschland. Wer wie und wo mit seinem Handy bezahlen kann, wird derzeit heiß diskutiert. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, mobil zu bezahlen und wie sie funktionieren.

Wir unterscheiden beim „Mobile Payment“ in drei Kategorien:

  1. Code und Codeleser
  2. NFC (Near Field Communication)
  3. Onlineshopping/Überweisung

1. Code und Codeleser

Für dieses Verfahren werden zwei Geräte benötigt. Ein mobiles Endgerät, welches dem Käufer gehört und ein Lesegerät, das der Händler bereitstellt. Während des Bezahlvorgangs öffnet der Kunde eine App und generiert einen Code. Dieser kann in Form eines Strichcodes oder z.B. auch eines QR Codes dargestellt werden. – Der Händler scannt ihn und die Zahlung erfolgt.

Vorteil:

  • Jeder, der ein Smartphone besitzt, kann sich die nötige App herunterladen und das Verfahren nutzen
  • Viele verschiedene Zahlarten sind umsetzbar (z.B. Alipay, Bluecode etc.)
  • Die meisten Kassen haben bereits einen Strichcode-Leser

2. NFC (Near Field Communication)

NFC bedeutet „kontaktloser Austausch von Daten“. Kontaktlos Bezahlen funktioniert sowohl mit einer kontaktlos-fähigen Karte (zu erkennen am Wellen-Symbol) als auch mit einem NFC-fähigen Handy, welches eine Bezahlfunktion freigeschaltet hat. Diese Technik ist sowohl sicher als auch sauber. Der Abstand zwischen Lesegerät und Karte bzw. Handy darf nur maximal 4cm betragen – ansonsten kann kein Datenaustausch stattfinden. Ab einem Betrag von 25 Euro wird zusätzlich immer die PIN abgefragt.

Vorteil:

  • Fast alle Händler können diese Funktion automatisch akzeptieren
  • Schnellere Abwicklung des Bezahlvorgangs
  • Die Karte muss nicht mehr aus der Hand gegeben werden

3. Onlineshopping

Besonders beim Shopping über’s Handy ist der Bezahlprozess für uns schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Einer Studie von Bitkom Research 2016 zufolge nutzen über 40% der Befragten ihr Handy zum Shoppen. Das stellt Händler vor neue Herausforderungen, denn moderne Bezahlverfahren wie PayPal, AmazonPay oder paydirekt gewinnen immer mehr an Bedeutung. Sie ermöglichen dem Händler und dem Käufer einen sicheren Bezahlvorgang im Internet. Außerdem bieten viele Banken-Apps mittlerweile die Möglichkeit, Geld direkt an Freunde zu versenden (P2P) oder eine Rechnung per Überweisung zu bezahlen. Ein großer Nachteil ist hierbei die Fülle an Möglichkeiten. Meist kann nur Geld fließen, wenn Sender und Empfänger das gleiche Verfahren nutzen.

Vorteil:

  • Schnell und überall einsatzbereit
  • Etabliert – die meisten kennen es bereits und fühlen sich damit wohl
  • Meist sind die Zahlverfahren selbsterklärend

Fazit:

Ich finde mobiles Bezahlen mit dem Handy, der Uhr, oder der kontaktlos-fähigen Karte einfach praktisch. Kleine Beträge können schnell und unkompliziert ohne Berührung beglichen werden und ich kann Überweisungen tätigen, ohne meinen Rechner hochfahren zu müssen. Lediglich über die Bezahlfunktionen muss man sich Gedanken machen. Code- und NFC Transaktionen gelten als sehr sicher und sind in der Regel auch direkt mit einer PIN o.Ä. gekoppelt, was einen Missbrauch vorbeugt. Im Onlineshopping gibt es eine Vielzahl von Anbietern mit Stärken und Schwächen. Ich würde hier definitiv auf bekannte und verbreitete Zahlverfahren setzten (z.B. Kreditkarten oder auch giropay). Hier hat man, durch Sicherheitsverfahren wie 3D Secure, einen guten Schutz.

Es bleibt also spannend beim Thema Mobile Payment – ob wir in Zukunft nur noch den zuvor registrierten Finger an die Kasse halten oder sogar mit unserer Iris bezahlen, wird sich noch zeigen!

Autor Michael Lott

Seit zwei Jahren bereichert Michael Lott die 1cs im Team Vertrieb und ist spezialisiert auf den Bereich Bargeldtresore. Zuvor hat er seine Ausbildung zum Finanzassistent abgeschlossen und als Privatkundenberater gearbeitet.